Wiesbaden - Wer war ...?

Persönlichkeiten in/aus/für Wiesbaden, sortiert in chronologischer Reihenfolge nach dem Geburtsjahr:

* 1700 - 1800


Heinrich Anton Leichtweiß

1723 – 1793
er wurde in Jugenheim geboren und verbrachte seine Jugend in Hünfelden-Ohren
1788 Verurteilung zu einer Zuchthausstrafe wegen Diebstahl und Wilddieberei
starb 1793 im Gefängnis am Michelsberg in Wiesbaden
nach seiner Entlassung aus der Haft lebte er von 1789 - 1791 in der Leichtweißhöhle im Nerotal
1792 wurde er in Bergen bei Frankfurt beim Wildern festgenommen
Leichtweiß wurde nach Wiesbaden ausgeliefert und starb 1793 im Gefängnis in Wiesbaden
Leichtweißhöhle Wiesbaden auf dieser Homepage

Vogelfrei - Wie der Bäcker Leichtweiß
 zum Räuber wurde


(Claus) Friedrich von Sckell

1750 - 1823
Hofgartenarchitekt in München
Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland
1817 Beauftragung zur Umgestaltung des Biebricher Schloßparks mit Vergrößerung von 7 auf 40 ha, die durch Oberstallmeister Freiherr von Dungern umgesetzt wurde



(Heinrich Friedrich) Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein

1757 in Nassau - 1831 in Cappenberg
Staatsmann, Politiker und preußischer Staatsminister
1813/14 Erarbeitung der ersten eigenständigen Verfassung auf deutschem Boden mit Carl von Ibell und Marschall von Bieberstein



Carl Florian Goetz

1763 - 1829
Architekt, Stadtplaner und Baudirektor
Vater des Architekten Theodor Goetz
ab 1789 Bauinspektor, 1803 Baudirektor, 1817 Landesbaumeister bei der Nassauischen Bauverwaltung Wiesbaden
1804 Auftrag für Wiesbadener Generalentwicklungsplan (Historisches Fünfeck)
1805 – 1812 Bau der Biebricher Mosburg
1810 - 1812 Bau der Evangelischen Kirche Taunusstein-Wehen



Friedrich Ludwig Schrumpf

1765 - 1844
Architekt und Baubeamter in Nassau
zunächst Zeichenlehrer in Herborn, dann herzoglich nassauischer Hofbaumeister und zuletzt Hofbaudirektor
zu seine bekanntesten Bauten zählen das Jagdschloss Platte, die 1831 eingestürzten ersten Bonifatiuskirche am Luisenplatz Wiesbaden, Toranlage am Nordende des Biebricher Schlossparks, Kirche Oberneisen, Receptur und Palais von Dungern Weilburg


Johann Christian Reinhard Luja

1767 - 1847
Pfarrer und Heimatforscher
1818 - 1836 Pfarrer in Dotzheim
1811 und 1821 Aufrufe zur Erforschung des Pfahlgrabens Limes)
1821 Gründung des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung u.a. mit Ernst Franz Ludwig Freiherr Marschall von Bieberstein und Johann Isaac von Gerning; Johann Christian Reinhard Luja wird Schriftführer des Vereins



Christian Zais

1770 - 1820
Architekt, Städtebauer und Baudirektor
1805 : Berufung nach Wiesbaden
u.a. verantwortlich für den Bau des alten Kurhauses, Erbprinzenpalais (heute IHK)
1807 – 1820: Umgestaltung des Platzes vor dem Sonnenberger Tor
1812 : Neugestaltung Kaiser-Friedrich-Platz mit eigenem Wohnhaus und Badhaus zum Nassauer Hof
ab 1817 : Bau des eigenen Badhauses und Hotels "Vier Jahreszeiten" und eines Torbogens zum eignen Wohnhauses (Fertigstellung 1821)
1818 : Entwicklung eines Bebauungsplanes für das historisches Fünfeck



Ernst Franz Ludwig Freiherr Marschall von Bieberstein

1770-1834
Diplomat, Staatsminister
1791 Aufnahme in den Staatsdienst von Nassau-Usingen
1796 Geheimer Regierungsrat
1806 im Staatsdienst des Herzogtums Nassau
1809 alleiniger Staatsminister und Regierungsleitung im Herzogtum Nassau
1813/14 Erarbeitung der ersten eigenständigen Verfassung auf deutschem Boden mit Ibell und vom Stein
Wohnhaus in der heutigen Kirchgasse 62 in Wiesbaden und ehemaliges Wasserschloß in Hahnstätten (Privatbesitz)



Dr. Friedrich August Lehr

1771 - 1831
Arzt und Hof- und Geheimrat
Arzt des Bürgerlichen und Allgemeinen Hospitals und Leibarzt von Herzog Wilhelm
gab 1799 die Anregung zur Brunnenkur
ab 1818 Bade- und Brunnenarzt
Herausgabe eines Stadt- und Brunnenführers



Johannes Weitzel

1771 - 1837
Schriftsteller und Publizist
1816 Hofrat in nassauischen Diensten
bis 1819 Begründer und Herausgeber der Rheinischen Blätter, der 1. politischen Zeitung Nassaus
1820 Leiter der öffentlichen Bibliothek (heute landesbibliothek)



Ernst Ludwig Theodor (Louis) Schellenberg

1772 - 1834
Hofbuchhändler und -drucker
1803 Eröffnung der 1. Buchhandlung und Leihbibliothek in der Langgasse Ecke Webergasse
1808/1809 Druckprivileg für den "Herzoglich Nassauischen Landeskalender" und Kauf eines Hauses in der Langgasse (heute Pressehaus); Erweiterung der Firma um eine Druckerei
Einrichtung der damals größten Druckerei im Herzogtum Nassau
ab 1819 Titel Hofdruckerei und damit "L. Schellenberg'sche Hofbuchdruckerei"
1934 Weiterführung des Unternehmens durch seinen Sohn August Emil Schellenberg



August Freiherr von Kruse

1779 - 1848
General in nassauischen Diensten
Teilnahme bei der Schlacht von Waterloo
befahl die nassauischen Truppen im Spanienfeldzug Naopleons
erhält zu seinem Ausscheiden aus dem dient Hofgut Hausen bei Niederselters
gründet den landwirtschaftlichen Verein für das Herzogtum Nassau



Carl (Friedrich Emil) von Ibell

1780 in Wehen - 1834 in Homburg
geboren als Carl Friedrich Emil Ibell im Wehener Schloß
Staatsrat, Jurist und Reformer
1813/14 Erarbeitung der ersten eigenständigen Verfassung auf deutschem Boden mit Marschall von Bieberstein und vom Stein
1815 Regierungspräsident im Herzogtum Nassau
1819 übersteht er ein Attentat
1828 in Diensten des Landgrafen Friedrich VI. von Hessen-Homburg
nicht zu verwechseln mit Dr. Carl Bernhard von Ibell (1847 - 1924 Rechtsanwalt und Oberbürgermeister 1883 bis 1913)



Dr. Johann August Lade

1781 - 1839
Hof- und Amtsapotheker, Medizialassessor und Dr. phil
1808 Kauf der Hofapotheke (heute Schützenhofapotheke) für 24000 Gulden und Konzessionserteilung
1814 Ernennung zum Ratsherrn
bis 1839 Führung der Apotheke
1839 Opfer der Typhusepidemie
anschließend führte Heinrich Müller sieben Jahre lang die Apotheke, bevor sie Dr. Friedrich Lade übernahm



Johannes de Laspee

1783 - 1825
Herzoglich nassauischer Hofrat und Institutsvorsteher
ließ er sich in der Schweiz von Pestalozzi ausbilden
unterrichtete in der Wiesbadener Dilthey-Schule
1809 : Gründung einer Musterschule in der Langgasse (1810 Umzug in die Friedrichstrasse)
erhielt z.B. auch Besuche von Goethe und der Großfürstin Katharina
plante 1823 den Bau von Schloß Hansenberg in Geisenheim-Johannisberg als Armen- und Waisenhaus (heute Hochbegabtenschule)
Grab auf dem Alten Friedhof in Wiesbaden



Georg Moller

1784 - 1852
Baurat und Oberbaudirektor
Vertreter des Spätklassizismus
1837 - 1842 Bau des Stadtschlosses Wiesbaden (heute Landtag)
weitere Bauwerke u.a. Theater Mainz , verschiedene Gebäude in Darmstadt



Bernhard Hundeshagen

1784 - 1858
Jurist, Architekt, Bibliothekar
1813 - 1817 Bibliotheksrat und 1. Direktor für die neu gegründete Landesbibliothek



Wilhelm Albrecht

1785 - 1868
Reformator der Landwirtschaft
gründete 1817/18 das landwirtschaftliche Institut in Idstein, das 1835 nach Wiesbaden in den Alten Hof Geisberg umzog
führte 1833 die landwirtschaftliche Winterschule ein
berief 1845 Carl Remigius Fresenius an die Landwirtschaftsschule Hof Geisberg
Denkmal an der Jonas-Schmidt-Straße am Alten Hof Geisberg



Christian Franz Ludwig Friedrich Alexander Rummel

1787 - 1849
Komponist, Musikdirektor und Militär- und Hofkapellmeister
bis 1816 Musikdirektor im Heeresdienst (u.a. 1808 in Spanien und 1814 im Feldzug gegen Napoleon)
ab 1816 Musiklehrer am Pädagogikum Wiesbaden
1816 - 1842 Gründer und Leiter der Hofkapelle Wiesbaden-Biebrich
1842 : Hofkapellmeister am Theater nach dem Zusammenschluß mit dem Theaterorchester



Dr. Johann Baptist Carl Crevé

1789 - ?
Doctor der Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe
1829 Gründung einer Orthopädischen Heilanstalt in Frankfurt
1836 Umzug und Eröffnung der Orthopädischen Heilanstalt in Wiesbaden mit 33 Zimmern und 50 Betten (heute Statistisches Landesamt Rheinstraße 35)



Sir Francis Head

1793 - 1875
Major der englischen Armee und Schriftsteller
besuchte 1832/1833 u.a. Bad Ems, Nassau, Schwalbach, Niederselters und Wiesbaden und verfasste den Reiseführer "Bubbles from the Brunnens of Nassau by an Old Man" mit Schilderung des Alltags und des Badelebens der nassauischen Bäder
machte so die Engländer neugierig; viele Engländer unterbrachen ihre Rheinreisen, um die nassauischen Bäder zu besuchen
die Besucherzahl aus England, Holland und Belgien steigt in der Folge weiter an


Francis Head: Bubbles of some brunnens of Nassau

Johann Baptist Friedrich Anton von Franqué

1796 - 1865
Arzt und Wissenschaftler
1818 Medizinalassistent in Idstein und Tätigkeit am Landwirtschaftlichen Institut in Idstein
später Medizinalrat, Obermedizinalrat, Badearzt in Bad Ems
1840 Erhebung in den Adelsstand
1936 - 1865 Medizinalreferent bei der herzoglichen Regierung
Forschungsarbeiten u.a. zu den Heilquellen



Adelheid von Stolterfoth verh. Freifrau von Zwierlein

1800 - 1875
Schriftstellerin
lebte seit 1861 in Wiesbaden
verfasste u.a. Gedichte, Epen und Reisebeschreibungen zum Rhein (z.B. Rheinisches Album, Der malerische Rheingau und Umgebung)




1801 - 1820

Emil August Freiherr von Dungeren

1802 - 1862
stand im nassauischen Staatsdienst
1842 Geheimer Rat
1843 Staatsminister
organisierte die Feiern zur Vermählung von Herzog Adolph und Herzogin Elisabeth
Grab auf dem Alten Friedhof



August (von) Hergenhahn

1804 - 1874
Jurist und Politiker
ab 1833 als Anwalt in Wiesbaden;
Präsident der Landesdeputierteneversammlung
1848 führende Beteiligung an den "Neun Forderungen der Nassauer"
gilt als einer der Väter der nassauischen Revolution 1848
auch "Märzminister" genannt
Tätigkeit am Oberappellationsgericht in Wiesbaden als Staatsminister



Wilhelm Gustav Dyckerhoff

1805 - 1894
ab 1861 Zementfabrikation in Hattenheim mit Carl Brentano und ab 1863 in Amöneburg
1864 Gründung der "Portland-Cement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne" zusammen mit seinen Söhnen Gustav Dyckerhoff und Rudolf Dyckerhoff in Amöneburg



Carl Theodor Wagner

1805 - 1885
Uhrmachermeister und Unternehmer
1852 Werkstatt in Usingen
1863 Werkstatt in der Goldgasse Wiesbaden
erfand mit dem Uhrmacher Grau auch das "Grau-Wagner-Prinzip", das die Grundlage der Großuhrenproduktion der bis 1977 bestehenden Firma Wagner war
1879 Patent für einen "Elektrischen Apparat zur Erzeugung langsamer Schläge an elektrischen Glocken"
ab 1880 waren die Wagner-Werke Lieferant Deutscher Reichsbahnen
seine Söhne führten die Firma weiter
1885 Fabrik in der Mühlgasse
1813/15 Neubau Wohn- und Geschäftshaus Schiersteiner Str. 31-33



Philipp Hoffmann

1806 (in Geisenheim) - 1889 (in San Remo; Grab auf dem Alten Friedhof Wiesbaden)
Architekt und nassauischer Baumeister
1830 Bauassesor im nassauischen Staatsdienst
1840 Landbaumeister in Eltville
1850 Leitender Hofbaumeister
1854 Kreisbaumeister für Wiesbaden und Rüdesheim
Spuren von Philipp Hoffmann: Nerobergtempel (Monopteros), Bonifatiuskirche (1849, Türme 1864), Synagoge am Michelsberg (1869), Russische Kirche auf dem Neroberg (1851), Waterloo-Denkmal Luisenplatz (1865), Wilhelms Heilanstalt (1871), Neuaufbau des Verwaltungsbaus in der Luisenstraße nach Brand 1854 (heute Ministerium der Justiz), Elementarschule auf dem Schulberg (heute Kunsthaus), Alter Kurhaussaal Bad Schwalbach, Rheingauer Dom in Geisenheim, Restaurierung der Michaelskapelle Burg Rheinstein Kiedrich



Carl Boos

1806 (Weilburg) - 1883 (Wiesbaden)
Architekt und nassauischer Baumeister
u.a. verantwortlich für den Bau der Marktkirche (erster reiner Backsteinbau im Herzogtum Nassau; 1853 - 1862), Ministerialbau Wiesbaden in der Luisenstraße (1848), Orangeriehaus Schloss Biebrich, Mausoleum für Herzogin Pauline auf dem Alten Friedhof, Schaumbug bei Balduinstein, Rheinregulierung Walluf - Mainz
1835 : Eintritt in den nassauischen Staatsdienst
1842 : Ernennung zum Baurat
1856 : Stadtentwicklungsplan für Wiesbaden
1838 bis 1843 : 1. Verwaltungsneubau/Ministerialbau des Herzogtums Nassau in der Luisenstraße Ecke Bahnhofstraße (heute Ministerium der Justiz)



Theodor Goetz

1806 – 1885
nassauischer Baumeister und Baurat
Sohn von Carl Florian Goetz
u.a. verantwortlich für den Bau des Paulinenschlösschens



Herzogin Pauline Friederike Marie von Nassau

1810 - 1856
geb. Prinzessin von Württemberg
heiratete 1829 als dessen 2. Frau Herzog Wilhelm von Nassau
ihr Witwensitz, das 1945 zerstörte Paulinenschlößchen, erbaut von Theodor Goetz , war nach ihr benannt
Grabdenkmal Paulinen-Mausoleum auf dem Alten Friedhof, erbaut von Carl Boos



Prof. Dr. Bernhard von Langenbeck

1810 - 1887
Chirurg und Hochschullehrer
1848 - 1882 Leiter der Chirurgischen Klinik der Charité Berlin, die er zum Zentrum der Chirurgie Europas machte
wollte in Wiesbaden seinen Lebensabend als Pensionär verleben, operierte jedoch neben Sanitätsrat Friedrich Cramer im Hospiz in der Friedrichstraße
setzte sich für den Neubau des 1892 eröffneten Josefshospitals ein
Namensgeber für den Langenbeckplatz (Adresse des Josefshospitals) und mehrer chirurgischer Instrumente



Richard Görz

1811 in Bleidenstadt – 1880
Architekt und nassauischer Baumeister
seit 1835 im nassauischen Staatsdienst
1840 – 1868 Hof- und Landbaumeister
u.a. verantwortlich für die Bauausführung des Wiesbadener Stadtschlosses, Planung der Herzoglich Nassauischen Landescreditkasse (heute Naspa) und Justizgebäude Friedrichstraße (heute ehemaliges Polizeipräsidium)



Karl Thelemann

1811 - 1889
Hofgartenbaudirektor in Diensten des Herzogs Adolph von Nassau
u.a Parkgestaltung Schloßpark Biebrich, Kurpark und Palmengarten Frankfurt
1855/56 Gestaltung des Kurgartens/Warmen Damms
1861 Veranstaltung von internationalen Blumenausstellungen im Schloßpark Biebrich
1862 Generalplan der für Wiesbaden



Johann Adam Heckel

1812 - 1877
Musikinstrumentenbauer und Unternehmer
1831 Gründung einer Werkstätte für Holzblasinstrumentenbau mit dem Hofmusiker Karl Almenräder
1845 Ernennung zum herzoglich-nassauischen Hofinstumentenmacher
sein Sohn Wilhelm Heckel und andere Nachkommen führen das Unternehmen bis heute weiter



Karl August von Cohausen

1812 - 1894
Königlicher Konservator von Nassau-Homburg
Mitglied der Forschungskommission für den römischen Limes und im Nassauischen Altertumsverein
u.a. mitverantwortlich für den Wiederaufbau des Römerkastells Saalburg
Tätigkeit im Museum Wiesbaden



August Emil Schellenberg

1814 - 1869
Drucker und Verleger
1934 Übernahme des von seinem Vater Ludwig Theodor Schellenberg gegründeten Unternehmens
1844 Erwerb der zehnjährigen Zeitungslizenz für das "Wochenblatt"
1848 Gründung der "Nassauischen Allgemeinen Zeitung" (bis 1852)
1852 Verschmelzung des Wochenblattes und der Nassauischen Allgemeinen Zeitung zum Wiesbadener Tagblatt - Erstausgabe am 16.09.1852
zu den Redakteuren zählte auch Wilhelm Heinrich von Riehl
nach seinem Tod wurde das Unternehmen von seiner Frau Marie, seinem Sohn Ferdinand Karl Wilhelm Ludwig Schellenberg (1852 - 1920) und weiteren Nachkommen weitergeführt



Ferdinand Möhring

1816 - 1887
Komponist, Liederdichter, Dirigent und Organist
seit 1886 in Wiesbaden
Lieder wie z.B. Elslein von Kaub
pflegte u.a Gesellschaft mit Gustav Freytag, Franz Abt und Friedrich von Bodenstedt
Grab auf dem Nordfriedhof



George Barnard

Geburtsdatum unbekannt - nachgewiesen seit 1832 - 1891 gestorben
englischer Landschaftsmaler und Illustrator
1841/42 : Besuch in Wiesbaden und die anderen nassauischen Bäder
1845: Herausgabe von "The brunnens of Nassau and the River Lahn"



Dr. Gustav Freytag

1816 - 1895
Schriftsteller
1855 : "Soll und Haben"
1864 : "Die verlorene Handschrift"
1872 - 1880 : "Die Ahnen"
Herausgeber der Wochenzeitung "Die Grenzboten"
1876 : 1. Besuch in Wiesbaden im Hotel zur Rose
ab 1877 : Winteraufenthalte in Wiesbaden
ab 1881 : dauerhaft wohnhaft in Wiesbaden
1887 : "Die Erinnerung aus meinem Leben"
1905 : Errichtung eines Denkmals im Kurpark
pflegte u.a Gesellschaft mit Friedrich von Bodenstedt, Ferdinand Möhring und Franz Abt

Gustav Freytag: Soll und Haben


August Demmin

1817 - 1898
Philologe, Kunstsammler, Schriftsteller und Historiker
lebte von 1872 - 1898 in der Kapellenstraße und gründetet dort ein kleines Museum mit seinen Sammelobjekten
in seinen Testament schenkte seine Kunstsammlungen der Stadt Wiesbaden und stellte sein Haus dem Schriftstellerverband zur Verfügung



Christian Wilhelm Kreidel

1817 - 1890
Buchhändler und Verleger
1843 Verlagsgründung
1853 Gründung eines Journalzirkels
Herausgabe von wissenschaftlichen Werken u.a. von Remigius Fresenius und Alexander Pagenstecher
vermachte sein Vermögen u.a. der Stadt Wiesbaden, der Zimmermannstiftung, dem Diakonissen-Mutterhauses Paulinenstift, heute Paulinenklinik (100 000 Reichmark) und einem Hilfsverein (Luisenstift)



Prof. Dr. Carl Remigius Fresenius

1818 - 1897
Chemiker, Geheimrat und Hofrat
Schüler und Mitarbeiter von Justus von Liebig
ab 1845 : Lehrtätigkeit an der Landwirtschaftsschule Hof Geisberg unter Wilhelm Albrecht
1847 : Herausgabe "Lehrbuch der Chemie für Landwirte, Forstmänner und Cameralisten"
1848 : Gründung eines privaten chemischen Laboratoriums im der Kapellenstraße
hier studierten u.a. spätere Gründer der Chemischen Industrie wie z.B. Merck, Brüning, Wilhelm Kalle
1884 : Abgabe der Leitung des Laboratoriums an seine Söhne Heinrich und Wilhelm Fresenius
ab 1849 : Untersuchungen und Analysen der Mineralquellen des Herzogtums Nassau
ab 1862 : Herausgabe der "Zeitschrift für analytische Chemie"
Mitglied der Nassauischen Abgeordnetenkammer, Mitglied des Kommunallandtags und des Provenziallandtags, Vorsitzender der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung
Grab auf dem Alten Friedhof in Wiesbaden
seine Söhne Winrich (*1847) und Wilhelm (*1856) führten das Institut weiter



Franz Abt

1819 - 1885
Liederdichter und Komponist
lebte von 1882 - 1885 in der Taunusstraße
komponierte über 3000 Lieder wie z.B. "Lied zur guten Nacht" und "Kein Tropfen im Becher mehr"
pflegte u.a Gesellschaft mit Gustav Freytag, Ferdinand Möhring und Friedrich von Bodenstedt
Grab auf dem Nordfriedhof



Friedrich von Bodenstedt

1819 - 1892
Übersetzer, Dichter, Reiseschriftsteller, Journalist, Theaterindendant
Übersetzer von Autoren wie Puschkin, Lermontow, Gogol und Turgenjews u.a.
Pseudonym: M. Reckenlob
1851 Hauptwerk Gedichtzyklus "Die Lieder des Mirza Schaffy"
1877 Umzug nach Wiesbaden
1894 1. Wiesbadener Denkmal, das 1936 in Neroparkanlage versetzt wurde
1952/1953 Gedenkstein in Neroparkanlage
pflegte u.a Gesellschaft mit Gustav Freytag, Ferdinand Möhring und Franz Abt



Eduard Douwes Dekker

1820 (Amsterdam) - 1887 (Ingelheim)
niederländischer Schriftsteller
schreib unter dem Pseudonym Multatuli
Aufenthalt und Arbeit in der Kolonialverwaltung in Niederländisch-Indien (heute Indonesien)
nach seiner Rückkehr nach Europa Schriftsteller
1860 : Roman "Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft" (1. europäischer antikolonialistischen Roman)
1870 bis 1879 : Wohnsitz in Wiesbaden und Arbeit an den Büchern "Ideen" und den "Millionenstudien"
anschließend wohnhaft in Geisenheim und Ingelheim

 

* 1821 - 1840

Dr. Friedrich Lade 

1821 - 1856
Hof-Apotheker
Sohn von Dr. Johann August Lade
1846 Übernahme der Hofapotheke (heute Schützenhofapotheke)
Mitglied der bürgerlichen Ehrengarde
Hauptmann und Mitkommandant der Bürgerwehr
1856 Tod nach einer Lungenentzündung



Dr. Guido Sandberger

1821-1879
Dr. phil
ab 1847 Lehrer der Naturwissenschaften und später Konrektor am Realgymnasium in Wiesbaden
veröffentlichte geologische Schriften
sein Vater war sein Vater war Johann Philipp Sandberger, sein Bruder war Dr. Carl Ludwig Fridolin Sandberger



Prof. Emil Alexander Hopfgarten

1821 - 1856 (Biebrich)
Bildhauer
1848 Eintritt in nassauische Dienste mit Werkstatt/Atelier in der Mosburg Biebrich
1850 Hofbildhauer
Arbeiten am Grabmal für Herzogin Elisabeth
Arbeiten an den Kolossalstatuen der Marktkirche (Christus und die 4 Evangelisten) und für die Bonifatiuskirche
Grab auf den Friedhof Bienrich



Karl Joseph Wilhelm Braun (auch Braun-Wiesbaden)

1822 - 1893
Politiker und Publizist
ab 1843 im nassauischen Staatsdienst
Präsident der 2. nassauischen Kammer
Führer der Fortschrittspartei
Hauptwerk "Bilder aus den deutschen Kleinstaaten"



Johann Jacob Höppli

1822 - 1876
seit 1846 in Wiesbaden
1850 gründete er in der Wörthstraße 4–6 seine „Thonwaaren und Fayencen-Fabrik“,
1872 - 1876 : Neubau des Hauses Wörthstr. 4 - 6 zum Betrieb des „Thonwaaren und Fayencen“-Fabrik Höppli"
Bis 1910 führten Höpplis Nachkommen die künstlerische Werkstatt weiter.



Dr. Wilhelm Heinrich von Riehl

1823 - 1897
geboren in Biebrich als Sohn des herzoglichen Schlossverwalters Friedrich Wilhelm Riehl (1789-1839)
Kulturwissenschaftler, Soziologe, Schriftsteller, Journalist
1848 - 1850: Leitung der nassauischen Allgemeinen Zeitung und des Hoftheaters in Wiesbaden
1848: "Nassauische Chronik des Jahres 1848"
1851 bis 1869 : Hauptwerk "Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Social-Politik", für das er als "Stammvater der Volkskunde" und einer der ersten deutschen Soziologen gilt.
1856 Professor an der Münchner Universität
1883 geadelt
1885 Direktor des Bayerischen Nationalmuseums.
Generalkonservator der Kunstdenkmäler und Altertümer Bayerns



Prof. Dr. Alexander Pagenstecher

1828 - 1879
eigentlich Friedrich Hermann Alexander
Augenarzt, Chirurg und Hofrat
Erfinder der "Pagenstecher Operationen des grauen Stares in geschlossener Kapsel"
1852 : Anstellung als Medizinalakzessist am Wiesbadener Zivilhospital am Kochbrunnen mit Gründung einer "Armen-Augenheilanstalt", später mit Privatstation
1856 : Gründung der "Augenheilanstalt" in der Kirchgasse
1857 : Umzug in die Taunusstraße 59 und später in die Kapellenstraße
1872 : sein Bruder Hermann Pagenstecher tritt in die Klinik sein - Zusammenarbeit mit Friedrich Adolf Müller
1879 : stirbt an den Folgen eines Jagdunfalls auf der Platte
Grab auf dem Alten Friedhof in Wiesbaden



Johann Jacob Söhnlein

1827 - 1912
gründete 1864 in Wiesbaden-Schierstein die Rheingauer Schaumweinfabrik (später Sektkellerei Söhnlein)


Carl Jacob Wilhelm Koch

1827 – 1882
Landesgeologe
erkundete systematisch des Taunusgebirge und erkannte dessen Wasserreichtum
Berater der Stadt Wiesbaden für Trinkwasserversorgung
Direktor des Museums Wiesbaden und Sekretär des nassauischen Vereins für Naturkunde
1883 Denkmal im Nerotal



Seligmann Baer

1829 - 1897
Schriftgelehrter und Rabbiner
1856 - 1894 Lehrer und Rabbiner in der Synagoge seiner Heimatstadt Biebrich
Studien zum Alten Testament und zu hebräischen Texten
galt als einer der größten jüdischen Schriftgelehrten seiner Zeit



Jean Baptiste Wagemann

1829 - 1922
Bäcker und Müller
sein Vater Karl Wagemann erbaute in der Metzgerstr. am Schwarzbach eine Mühle
zur Mühle gehörte eine Grobäckerei, die Brot zum Verkauf in anderen Geschäfte lieferte
Jean Baptiste übernahm nach dem Tod seines Vaters 1873 die Bäckerei und war Mitglied des Gemeinderates und Stadtrat
1913 wurde die Metzgergasse in Wagemannstr. umbenannt
heute in der Wagemannstr. : u.a. Bäckerbrunnen



Ferdinand Hey'l

1830 - 1897
1856 - 1872 Schauspieler am herzoglichen/königlichen Hoftheater
Sekretär des Kurvereins
1862: Mitbegründung der ältesten Wiesbadener-Carneval-Gesellschaft "Sprudel"
1870: bis 1897 Vorsteher des Kurbüros
1873: Ernennung zum Kurdirektor
im Wiesbadener Kurpark wurde ihm 1907 ein Denkmal errichtet
verfasste regelmäßig den "Hey'ls Führer durch Wiesbaden und Umgebung"
verfasste "Vom deutschen Strom - Heyls Reisebücher - Rheinland"
Grab auf dem Nordfriedhof



Prof Dr. Wilhelm Dilthey

1833 - 1911
Philosoph, Psychologe und Pädagoge
* in Biebrich-Mosbach
Elementarschule und Vorbereitungsschule für das Gymnasium in Biebrich
1847 - 1852 Herzoglich-Nassauisches Gelehrtengymnasium Wiesbaden
Studium der Philosophie und Theologie in Berlin und Heidelberg
1855 1. und letzte Predigt in der Mosbacher Pfarrkirche
Gymnasiallehrer in Berlin
1864 Promotion und Habilitation
bis 1905 Lehrtätigkeit in Basel, Kiel, Breslau und Berlin
Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften Berlin
Begründer der Hermenneutischen Methode in der Geisteswissenschaft
Werke u.a. "Einleitung in die Geisteswissenschaften", "Studien zur Geschichte des deutschen Geistes. "Die geistige Welt", "Die Entstehung der Hermeneutik", "Das Erlebnis und die Dichtung"
Grab auf dem Biebricher Friedhof

 

Heinrich Weil

1834 - 1907
Landwirt
importierte 1861 die erste Dampfdreschmaschine und Mähmaschine nach deutschland
gründete 1866 einen Initiative zum Erhalt des von Wilhelm Albrecht gegründeten Landwirtschaftlichen Instituts am Geisberg (später Wortmann-Weil-Schule) und führte die Schule weiter



Heinrich Albert

1835 - 1908
Apotheker, Chemiker und Unternehmer
1858 Gründung der "Landwirtschaftlich-Chemischen und Leimfabrik" zur Herstellung künstlichen Düngers in der Lohmühle Biebrich (später Chemischen Werke Albert)
1859 tritt sein Bruder Eugen in das Unternehmen ein
1861 Umzug nach Amöneburg
1865 Gründung einer Fabrik-Unterstützungskasse für kranke Arbeiter
ab 1875 Doppel-Superphosphat-Fabrik
1895 Gründung einer Pensionskasse und Umwandlung in eine AG
bis 1901 lebte Heinrich Albert in der Villa Rheingaustr. 182



Gustav Dyckerhoff

1836 - 1923
Kaufmann und Unternehmer
Sohn von Wilhelm Gustav Dyckerhoff
1864 Gründung der "Portland-Cement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne" durch Wilhelm Gustav Dyckerhoff und seinen Söhnen Gustav Dyckerhoff und Rudolf Dyckerhoff in Amöneburg; kaufmännische Leitung des Unternehmens
1900 erhielt die Firma die Silbermedaille für Sociale Wohlfahrtspflege bei der Weltausstellung in Paris
Ehrenbürger von Biebrich



Prof. Dr. Arnold Andreas Friedrich Pagenstecher

1837 – 1913
Geheimrat, Sanitätsrat, Ohrenarzt
Schmetterlingsforscher
1863 Niederlassung als Arzt in Wiesbaden
1882 - 1900: Vereinssekretär des Nassauischen Vereins für Naturkunde und Inspektor der naturwissenschaftlichen Sammlung des Museums Wiesbaden
1900 - 1913: Direktor des Nassauischen Vereins für Naturkunde und des Museums Wiesbaden
seine Schmetterlingssammlung befindet sich heute in der naturwissenschaftlichen Sammlung im Museum Wiesbaden



(Jakob Friedrich) Fritz Kalle

1837 – 1915
Bergbaubeamter, Unternehmer, Sozialpolitiker, Geheimer Regierungsrat und Mitglied des preußischen Landtages
1865 : nach dem Tod seines Vaters Eintritt in die Farbstofffabrik in Biebrich, die sein Bruder Wilhelm mit finanzieller Hilfe seins Vaters Jakob Alexander 1863 gegründet hatte und in der er die kaufmännische Leitung übernimmt
1881 : Ausscheiden aus der Firma
1871 : Mitgründer der Gesellschaft zur Verbreitung der Volksbildung (Volksbildungsverein), der u.a. eine Bücherei und Lesehalle unterhielt
1879 : Gründung des Vereins zum Wohl der Arbeiter Concordia



Dr. (Paul) Wilhelm Kalle

1838 - 1919
Chemiker
1848 : Umzug nach Wiesbaden
1861 : Abschluss des Studiums der Chemie
1863 : Gründung einer Farbstofffabrik in Biebrich ("Rotfabrik" für "Fuchsin-Rot" - später Kalle AG) mit finanzieller Hilfe seines Vaters Jakob Alexander und Start mit drei Arbeitern und einer gemieteten Dampfmaschine und gemieteter Fabrikanlage
1877 - 1912 : Stadtverordneter in Biebrich; zusätzlich Mitglied im Kreistag
1865 : Eintritt seines Bruders Fritz in die Firma, der die kaufmännische Leitung übernimmt
1882 . Gründung einer Niederlassung in New York und 1984 in Kolomna bei Moskau
1888 : Königlich Preußischer Kommerzienrat
1884 : Erweiterung der Fabrik um pharmazeutische Produkte (z.B. Herstellung von Jodol und Antifebrin) und Einrichtung einer Betriebskrankenkasse
1871 : Mitgründer der Gesellschaft zur Verbreitung der Volksbildung (Volksbildungsverein), der u.a. eine Bücherei und Lesehalle unterhielt
1871 : Einrichtung einer Arbeiterspar- und Prämienkasse, später auch Pensionskasse
1900 : die Firma präsentiert aus der Weltausstellung in Paris über 40 Erfindungen, besitzt 98 eigene Patente und 160 Warenzeichen
1904 : Umwandlung der Firma in eine AG
1909 : Mitglied des preußischen Landtages in Berlin



Kaspar Kögler

1838 - 1923
Maler
ab 1867 in Wiesbaden
u.a. Gemälde im Ratskeller Wiesbaden und die Deckengemälde im Foyer und Zuschauerraum des Wiesbadener Theaters



Friedrich Adolph Müller (-Uri)

1838 - 1879
Glasbläser und Okkulist
gilt als Gründer der Augenfabrikation in Deutschland
1868 : Entwicklung eines neuen Materials zur Herstellung von Augenprothesen mit Christian Müller-Pathle in Lauscha
1872: auf Ruf der Gebrüder Alexander Pagenstecher und Hermann Pagenstecher Umzug von Lauscha/Thüringen nach Wiesbaden und Gründung des Instituts für künstliche Augen in der Taunusstraße 44
die Firma ist bis heute in diesem Geschäftsfeld tätig
www.mueller-uri.de


Adolphus Busch

1839 (Kastel) - 1913 (Langenschwalbach)
Unternehmer, Bierbrauer und Begründer von Anheuser-Busch in den USA
1857 Auswanderung in die USA
1861 Heirat von Adolphus Busch und Lilly Anheuser
ab 1891 Bau der nach seiner Frau benannten Villa Lilly und weiterer Gebäude in Langenschwalbach / Lindschied
verbrachte dort die Sommer mit seiner Frau in der Villa Lilly und starb dort 1913
Vitrine im Stadt-, Kur- und Apothekenmuseum Bad Schwalbach



Louis Lüstner

1840 - 1918
Geiger und Dirigent
leitete von 1874-1905 das 1873 gegründete Städtische Cur- und Sinfonieorchester
in dieser Zeit traten in Wiesbaden u.a Johannes Brahms, Clara Schumann, Camille Saint- Saëns u.a. auf



Richard Kolb

1840 - 1909
Offizier und Schrifsteller
Forschungen zur Nassauischen Militär- und Hausgeschichte
Verwalter des Nassauisch-Luxemburgischen Hausarchivs
Initiator für das Landesdenkmal
vermachte seine Sammlungen dem Museum Wiesbaden


* 1841 - 1860

Prof. Dr. Ludwig Beck

1841 - 1918
Ingenieur, Chemiker und Unternehmer
Ehrenbürger von Biebrich
1869 Übernahme der 1857 errichteten Eisengießerei "Nassauische Rheinhütte" in Biebrich (L. Beck & Co.)
1882 gießt die Rheinhütte Maschinen- und Rohrteile für Kalle, Albert, Dyckerhoff
1898 Kauf des später Villa Beck genannten Wohnhauses in der Rheingaustr. 138
sein Sohn war Ludwig Beck



Rudolf Dyckerhoff

1842 - 1917
Chemiker, Physiker und Unternehmer
Sohn von Wilhelm Gustav Dyckerhoff
Arbeiten für das zemmentprüfungswesen
1864 Gründung der "Portland-Cement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne" durch Wilhelm Gustav Dyckerhoff und seine Söhnen Gustav Dyckerhoff und Rudolf Dyckerhoff in Amöneburg; technische Leitung des Unternehmens
1900 erhielt die Firma die Silbermedaille für Sociale Wohlfahrtspflege bei der Weltausstellung in Paris
Ehrenbürger von Biebrich



Professor Dr. Carl Paul Gottfried von Linde

1842 - 1934
deutscher Ingenieur, Erfinder und Gründer der Linde AG
1878/79 : Gründung von Linde's Eismaschinen AG in Wiesbaden



Rudolf Henkell

1843 - 1912
Sektfabrikant


Dr. Eugen Julius Richard Dyckerhoff

1844 - 1924 (Biebrich)
Sohn von Wilhelm Gustav Dyckerhoff
ab 1866 in väterlicher Zementfabrik in Karlsruhe tätig
1870 Gründung einer Zementwarenfabrik mit seinem Schwiegervater Gottlieb Widmann in Biebrich (Dyckerhoff & Widmann)
Zweigwerke in anderen Städten
Hoch-, Tiefbau- und Brückenbauaktiviäten


Prof. Dr. Hermann Pagenstecher

1844–1932
1872 : Eintritt als Assistent in die Klinik seines Bruders Alexander Pagenstecher - Zusammenarbeit mit Friedrich Adolf Müller
1879 : übernimmt nach dem Tod seines Bruders die Leitung der Augenklinik
1904 - 1905 : Neubau der Augenheilanstalt
1909 : Übernahme der Klinikleitung durch seinen Sohnes Adolf Pagenstecher



August Wilhelmj

1845 (Usingen)-1908
Violinist
auch als "deutscher Geigerkönig" und "neuer Paganini" bezeichnet
ab 1865 Konzertreisen in Europa, Amerika, Australien und Asien
seit 1862 Kontakt mit Richard Wagner
Konzertmeister bei den Bayreuther Festspielen
Familiengruft aus dem Nordfriedhof



Dr. Emil Pfeiffer

1846-1921
Arzt, Wissenschaftler und Geheimer Sanitätsrat
1881 Herausgabe des Buches "Die Trinkkur in Wiesbaden"
1882 Mitbegründer des in Wiesbaden gegründeten Internistenkongresses; später im Vorstand und Sekretär
1889 Bericht über eine fieberhafte Erkrankung mit Lymphknotenschwellung im Halsbereich, die später den Namen "Pfeiffersches Drüsenfieber" erhielt
Botaniker, Maler und Mitglied im Nassauischen Verein für Naturkunde, dem er eine umfangreiche Sammlung hinterließ



Friedrich Cramer

1847 - ?
Chirurg
nach dem Medizinstudium Ausbildung als Chirurg durch Bernhard von Langenbeck in Mainz
1892 Chefarzt für Chirurgie am St. Josefs-Hospital in Wiesbaden
Erfinder der Cramer-Schiene (biegsame Drahtleiterschiene zur Ruhigstellung gebrochener Knochen)



Professor Friedrich Ritter von Thiersch

1852 - 1921
Architekt, Baumeister und Maler
bedeutender Vertreter des Späthistorismus
1897 geadelt
1902 - 1907 verantwortlich für den Bau des neuen Kurhauses
baute u.a. auch die Festhalle in Frankfurt am Main (1907-1909) und die Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden (1885)



Wilhelm Heckel

1856-1909
führt das von seinem Vater Johann Adam Heckel gegründete Unternehmen weiter
1879 führt er Richard Wagner seine Instrumente vor; Das Urteil Richard Wagners "Es sind mir nie bessere und schöner klingende Fagotte als die Heckel'schen Fagotte vorgeführt worden".
1879 gibt Richard Wagner die Anregung zur Entwicklung eines Instrumentes zwischen Oboe und Fagott (späteres Heckelphon) ".... Ein Klangfaktor in der Gattung der Doppelrohrblattinstrumente fehle, welcher eine Oktave tiefer als die Oboe stehe; das Instrument müsse den Charakter der Oboe mit dem weichen, aber mächtigen Klang des Alpenhorns verbinden....."
1904 Vorstellung des ersten Heckelphons in Bayreuth
seine Nachkommen führen das Unternehmen bis heute weiter



Hugo Reisinger

1856 - 1914
deutsch-amerikanischer Kunstmäzen
um 1932 Stifter der Reisinger-Anlage (früheres Reichsbahngelände)
heute umfassen die Herbert- und Reisingeranlagen 3,4 ha



Felix August Helfgott Genzmer

1856 - 1929
Baumeister und Architekt
Vertreter des Späthistorismus
1881 bis 1903 Stadtbaumeister von Wiesbaden
entwarf u.a. das Foyer des Hessischen Staatstheaters, das Lyzeum am Schloßplatz (1945 zerstört), die Ober-Realschule am Zietenring (heute Leibnizschule), das Römertor, Kleinbauten in der Neroparkanalge, Schlachthof und Wasserturm Schlachthof
(1895 - 1902/ heute Mainzer Str. 75)
1897 - 1899 : Veränderungen am Neroberghotel und dessen Turm



Fritz Kunder

1860 - 1938
1898 : Eröffnung Konditorei-Cafe durch Fritz und Hermine Kunder in der Museumsstraße (heute Karl-Glässing-Str.)
1902 : erfindet "Original Kunders Wiesbadener Ananastörtchen" und meldet 1904 darauf ein Warenzeichen beim kaiserlichen Patentamt an
1928 : Umzug in die Kirchgasse; später Filiale am Kureck; seit 1957: Konditorei in der Wilhelmstr. 12

 

* 1861 - 1880

Dr. Christian Spielmann

1861 -1917
nassauischer Heimatforscher, Dichter, Dr. phil., Hofrat
seit 1892 im Stadtarchiv Wiesbaden
1895 erster Stadtarchiv-Direktor
1912 Entwicklung des neuen "Atlas der Stadt Wiesbaden" mit zwölf Stadtkarten zur Entwicklung Wiesbadens zwischen 1799 und 1910 (auch Spielmann-Atlas genannt)
Christian-Spielmann-Genkstein in der Kapellenstr.



Carl Jakob Frankenbach

1861 (Oberrod) - 1937 (Wiesbaden)
nassauischer Maler und Illustrator
Uniformwerk "Die herzoglich nassauischen Truppen"
Illustration der Gedichte von Rudolf Dietz
ein großer Teil seines Nachlasses befindet sich im Besitz der Stadt Idstein



Dr. Curt Hoffmann

1862 - 1947
Philosoph, Hofapotheker
Vereinsvorsitzender des Verschönerungsverein, der unter anderem den Schläferskopfturm errichtete



Dr. Carl Ludwig Fridolin von Sandberger

1862 - 1898
Naturwissenschaftler, Geologe
ab 1842 Mitglied des Nassauischen Vereins für Naturkunde
1849-1855 Direktor des nassauischen Landesmuseums für Naturkunde (heute Museum Wiesbaden)
Teile seiner paläntologischenSammlung befinden sich im Museum Wiesbaden
sein Vater war Johann Philipp Sandberger, sein Bruder war Dr. Guido Sandberger



Rudolf Dietz

1863 - 1942
Lehrer und Heimat- und Mundartdichter
1898 - 1925 Lehrer in Wiesbaden
veröffentlichte auch Schulbücher
Gedichtbände von Rudolf Dietz und Infos (Illustration der Gedichte durch Carl Jacob Frankenbach)



James Pitcairn-Knowles

1863 - 1954
schottischer Kaufmann und Maler
baute mit Marie Eugenie Victoria Guerinet die Villa Schloss Freudenberg und wohnte dort 3 Jahre mit ihr
1908 trennte sich das Paar und Villa Schloß Freudenberg wurde verkauft
lebte nach Heirat mit Luise Prinzessin zu Solms-Braunfels später in den Schlössern Lich und Braunfels



Alexej von Jawlensky

1864 - 1941
1921 Jawlensky zieht nach Wiesbaden
1924 Gründung der „Blauen Vier“: Lionel Feininger, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Paul Klee
1941 Tod in Wiesbaden am 15. März, Beisetzung auf dem russisch-orthodoxen Friedhof auf dem Neroberg

Jawlensky - Meine liebe Galka!


Dr. Carl Herman Rauch

1869 - 1954
Schauspieldirektor, Hofrat und Kurdirektor
übernahm 1805 das 1892 erbaute Schauspielhaus im Tanzlokal Kaisersaal in der Bahnhofstr. 20
1896 - 1915 Direktor des Residenztheaters
1909/10 Bau des neuen Residenztheaters in der Luisenstraße (heute Karstadt)
berühmte Schauspieler im Residenztheater u.a. Adele Sandrock, Tilla Durieux, Sarah Bernhardt, Heinrich George, Hans Albers
1919 - 1933 und 1945 - 1947 Kurdirektor in Wiesbaden
1922 wurde das Residenztheater als Kleines Haus mit dem Großen Haus zum Staatstheater zusammengefasst und 1935 in das Gebäude des Staatstheaters verlagert


Otto Heinrich Adolf Henkell

1869 - 1929
Sektfabrikant


Wilhelm von Opel

1871 - 1948
Unternehmer
Sohn des Firmengründers Adam von Opel
seit 1828 wohnhaft in Wiesbaden (Opel-Villa Steubenstr./Bierstadter Str. )
sponsorte u.a. Opel-Bad Neroberg, Goethewarte Geisberg, Goethe-Stein Frauenstein, Clubhaus Tennis- und Hockeyclub im Nerotal, Tribüne Stadion Berliner Str.


Franz Bossong

1872 - 1914
Verleger und Buchhändler
1897 - 1900 Herausgabe der satirischen Zeitschrift "Die Wäschbitt"
ein Wiesbadener Original



Max Reger

1873-1916
Klavierspieler und Komponist
1890 - 1898 in Wiesbaden
1890 - 1893 Schüler am Fuchs
1890 - 1893 Schüler am Fuchsschen Konservatorium für Musik
1893 - 1896 Lehrer am Fuchsschen Konservatorium für Musik
ab 1896 Freiwilligenjahr im Kurhessischen Füsilierregiment von Gersdorf
1908, 1915 und 1912 weitere Aufenthalte in Wiesbaden



Liesbet Dill

1877 (Dudweiler) –1962 (Wiesbaden)
studierte 1891 am englischen Institut in Wiesbaden Malerei und Musik
schrieb ca. einhundert Romane, Novellen und Kurzgeschichten (1. Roman 1901)
u.a. Veröffentlichtungen in der "Gartenlaube"
u.a. "Suse" und 1922 "Die Herweghs - eine rechtsrheinische Geschichte" - Schicksal einer bürgerlichen Familie Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Wiesbaden (2007 im Pariser Hoftheater Wiesbaden aufgeführt)
1942 Rückkehr nach Wiesbaden
Grab auf dem Nordfriedhof; 2007 ging ihr Grabstein in ihre Geburtsstadt



Dr. Adolf Pagenstecher

1877 - 1959
1909 : Übernahme der Leitung der Augenklinik von seinem Vater Prof. Dr. Hermann Pagenstecher
1904 - 1905 : Neubau der Augenheilanstalt unter seiner Leitung
heute befindet sich in der ehemaligen Augenheilanstalt ein Seniorenheim



Ludwig Beck

1880 - 1944
* in Wiesbaden als Sohn von Prof. Dr. Ludwig Beck
Militär, Generaloberst und Widerstandskämpfer
1914-1918 : Generalstabsoffizier
1935 : Generalstabschefs des Heers; Ernennung zum General
1939-1944 : Engagement im Widerstand um Carl Friedrich Goerdeler; ist in Putschplänen als neues Staatsoberhaupt vorgesehen
Nach dem mißglückten Bombenattentat auf Hitler am 20.07.1944 wurde Ludwig Beck erschossen.



Carl Schuricht

1880 – 1967
Dirigent
1912 bis 1944 Leiter und Musikdirektor des Städtischen Cur- und Sinfonieorchesters
1923 Ernennung zum Generalmusikdirektor
1921 1. Deutsches Mahlerfest
1931 Brahmsfest unter seiner Mitwirkung
1934 Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikrates unter seiner Mitwirkung
in seiner Amtszeit erlangt das Wiesbadener Orchester Weltruf und bekannte Solisten, Dirigenten und Komponisten wie z.B. Walter Gieseking, Elisabeth Schwarzkopf, Wilhelm Furtwängler, Pietro Mascagni, Richard Strauss, Igor Strawinski und Max Reger kommen nach Wiesbaden
Grab auf dem Nordfriedhof


* 1881 - 1899

Carl Wilhelm Bierbrauer

1881 - 1962
Bildhauer
1913 - 1933 Dozent an der Werkkunstschule Wiesbaden
Arbeiten u.a. im Landeshaus (1906), Trauerhalle Südfriedhof (1909), Gutenberg-Denkmal des Landesbibliothek (1913), Nassauische Landesbank (1914), Bauarbeiterdenkmal-Rheingauviertel, Freiherr vom Stein-Büste im Rathaus



Alfons Paquet

1881 - 1944
* in Wiesbaden
Dichter, Journalist, Korrespondent und Schriftsteller
1903 : Reise mit der transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok
Redakteur der Kulturzeitschrift "Die Rheinlande"
Auslandskorrespondent für die Frankfurter Zeitung in Stockholm und Moskau
Reisen in verschiedene Länder u.a. USA, Russland, Mongolei, China, Japan, vorderer Orient
Herausgabe von Gedichtbänden und Reiseerzählungen
1932 : Aufnahme in die Preußische Akademie der Künste



Otto Ritschl

1885 - 1976
Maler
seit 1908 wohnhaft in Wiesbaden
1955 und 1959 : Teilnahme documenta
1970 : "Biografischen Notizen"



Dr. Hermann Kaiser

1885 - 1945
Lehrer, Militär und Widerstandskämpfer
im 2. Weltkrieg Kriegstagebuchführer im der Heeresführung
tätig an der Oranienschule
1934 : Enthüllung das Oranierdenkmals auf dem Luisenplatz
nach dem Hitler-Attentat zum Tode verurteilt und am 23.1.1945 hingereichtet



Adam Herbert

1887 - 1976
Apotheker
kam 1927 nach Wiesbaden
gründete in Bierstadt ein Unternehmen für pharmazeutische Präparate
1937 Stifter der Herbert-Anlagen (früheres Reichsbahngelände) und später des Kochbrunnen-Springers am Kranzplatz und der Bronzestatue der Diana vor den Rhein-Main-Hallen
heute umfassen die Herbert- und Reisingeranlagen 3,4 ha



Toni Sender

1888 (Biebrich) - 1964 (New York)
Stadtverordnete in Frankfurt/M.
Rechstagsabgeordnete (Dresden/Bautzen)
1917 Mitbegründerin der USPD



Dr. Franz Kaiser

1891 - 1962
Astronom, Wetterkundler und Dozent
den ersten von ihm entdeckten Kleinplaneten taufte nach dem Namen seiner Heimatstadt "Wisibada"
1925 Gründung der Wiesbadener Gesellschaft Urania
u.a. Forschungen am Faulbrunnen

Rebell wider Willen - Das Jahrhundert des Martin Niemöller


Dr. Martin Niemöller

1892 - 1984
Theologe
Mitbegründer und Mitglied der Bekennenden Kirche
gründete 1933 den Pfarrernotbund, aus dem die Bekennende Kirche hervorging
1947 - 1965 Kirchenpräsident Evangelische Kirche Hessen-Nassau



Prof. Dr. Hellmuth Plessner

1892 - 1985
geboren in Wiesbaden als Sohn des Badesarztes Fedor Plessner
bis 1910 in Wiesbaden lebend
Studium der Zoologie und Philosophie
lehrte u.a. Philosophie bzw. Soziologie in Köln, Groningen und Göttingen
wichtigste Werke "Grenzen der Gemeinschaft", "Macht und menschliche Natur", "Lachen und Weinen", "Die verspätete Natur"
Gedenktafel Sonnenberger Str. 11a
Helmuth-Plessner-Gesellschaft (HPG)
www.helmuth-plessner.de



Erna Sack

1898 (Berlin) - 1972 (Mainz)
geb. Sack
Koloratursopranistin, die das viergestrichene C singen konnte
als "deutsche Nachtigall" bekannt
1932 - 1935 am Theater Wiesbaden
lebte von 1966 bis zu ihrem Tod in Wiesbaden
Grab auf dem Südfriedhof





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